Infos zum Acker
Unser Dorfacker – Fläche, Bewirtschaftung und neue Wege

Von Hartmut Kastning / Stand: August 2026
Kennen Sie schon unseren schönen Acker? Wir bewirtschaften in Kalletal-Langenholzhausen eine Gesamtfläche von rund 6.220 m², malerisch gelegen zwischen der Langenholzhauser Straße und der Osterkalle auf etwa 100 m über NN. Hier wird angebaut und ausprobiert – Jahr für Jahr lernen wir dazu, wie wir diese Fläche möglichst gut nutzen können. Gepachtet haben wir die Fläche seit dem Jahr 2015, zuvor wurde sie für den Anbau von Futterpflanzen genutzt.
Wie ist die Fläche aufgeteilt?
Zum Acker gehören zwei Flurstücke: Nr. 239 (743 m² – inzwischen Vereinseigentum) und Nr. 237 (5.477 m² – Pachtfläche). Auf den ersten Blick mag eine solche Fläche groß erscheinen. Für den Gemüseanbau steht davon allerdings nur ein Teil unmittelbar als Beetfläche zur Verfügung. Ebenso wichtig für eine gute Bewirtschaftung sind zum Beispiel Wege, ein großes Gewächshaus und die Hoffläche: Auf der Hoffläche (ca. 590 m²) gibt es unter anderem ein Bauwagen, Ausgabetische, ein kleineres Gewächshaus und eine Kompostanlage. Die Hoffläche ist damit ein wichtiger Mittelpunkt unseres Ackers – hier wird vorbereitet, gelagert, gearbeitet und natürlich auch manches Gespräch geführt.
Die Anbaufläche
Die eigentliche Anbaufläche umfasst insgesamt etwa 4.900 m² und ist in mehrere Bereiche aufgeteilt:
- Feld A liegt westlich des Gewächshauses und umfasst etwa 380 m² (15 × 25 m).
- Östlich des Gewächshauses befindet sich Feld B. Zusammen mit der Gewächshausfläche umfasst dieser Bereich etwa 1.425 m². Nach Abzug der Flächen rund um das Gewächshaus und der Beetwege bleiben etwa 825 m² reine Beetfläche für den Anbau.
- Die Felder C und D liegen in der Mitte des Ackers, oberhalb des Gewächshauses. Sie umfassen zusammen etwa 1.350 m². Hier befinden sich 45 Beete. Nach Abzug der Beetwege bleiben etwa 843 m² reine Beetfläche.
- Im nördlichen Teil des Ackers liegen die Felder E und F. Sie sind parallel zu den Feldern C und D angelegt. Auch hier stehen nach Abzug der Beetwege rund 843 m² reine Beetfläche zur Verfügung.
Rund 2.500 m² für den eigentlichen Anbau
Aus den verschiedenen Bereichen ergibt sich eine reine Beetfläche von insgesamt etwa 2.500 m² – ungefähr ein Morgen.
> Ein Morgen? Dazu ein kleiner Exkurs: In früheren Zeiten gab es in den Dörfern Flächen, die allen gehörten und von allen bearbeitet wurden – die Allmende. Ein „Morgen“ Land hatte die Größe eines Ackers, die ein Bauer mit einem Pferdegespann bearbeiten konnte, bevor die kraftraubende Arbeit sie zu einer Pause zwang. Es mag Zufall sein, dass wir gemeinsam ein Morgen Land bearbeiten – oder auch nicht?
Auf dem Dorfacker ist der „Morgen“mit rund 40 % der gesamten Ackerfläche eine reine Beetfläche. Die übrigen Flächen sind aber keineswegs „verloren“. Im Gegenteil: Sie sind für eine funktionierende Bewirtschaftung notwendig.
|
Bereich |
Fläche |
|---|---|
|
Reine Beetfläche |
ca. 2.500 m² |
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Beetwege |
ca. 1.500 m² |
|
Graswege |
ca. 720 m² |
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Hoffläche |
ca. 590 m² |
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Öd- und Randflächen |
ca. 900 m² |
Kleine Beete statt endloser Reihen
Im Frühjahr 2026 haben wir unsere bisherige Bewirtschaftung grundlegend verändert. Eine der wichtigsten Entscheidungen war: Wir pflügen nicht mehr die gesamte Fläche im Frühjahr um. Stattdessen arbeiten wir mit klar abgegrenzten, 25 m langen Beeten. Damit haben wir uns an einem Prinzip aus dem „Market Garden“-Anbau orientiert. Jedes Beet ist einschließlich des Weges 1,20 m breit:
-
75 cm Beetfläche für den Anbau
-
45 cm Beetweg
Insgesamt sind dadurch etwa 133 Beete mit jeweils 25 m Länge entstanden. Das klingt zunächst nach einer Menge einzelner Beete. In der täglichen Arbeit hat sich aber gezeigt, dass diese Aufteilung viele Vorteile mit sich bringt.
25 Meter können einen großen Unterschied machen
Die Umstellung war zunächst durchaus mit mehr Arbeit verbunden. Doch schon bald bemerkten wir einen unerwarteten Vorteil – vor allem bei der Unkrautpflege. Denn Unkraut kennt bekanntlich kein Erbarmen😅.
Wenn eine lange Pflanzreihe beispielsweise 70 m lang ist und man bereits 20 m gehackt hat, liegen noch immer 50 m vor einem. Besonders bei kräftigem Sonnenschein kann das ziemlich entmutigend sein. Bei einem 25 m langen Beet sieht die Sache ganz anders aus: Die letzten fünf Meter schafft man dann meistens auch noch.
Und genau davon profitieren am Ende auch unsere Pflanzen. Wird das Unkraut regelmäßig und rechtzeitig entfernt, haben die Kulturpflanzen deutlich weniger Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe. Salat, Kohlrabi, Fenchel, Zwiebeln und andere Kulturen danken es uns mit besserem Wachstum.
Mehr Nutzung – mehr Ertrag
Die neue Beetaufteilung ermöglicht außerdem eine intensivere Nutzung der vorhandenen Fläche. Schon im August 2026 konnten wir feststellen, dass sich diese Veränderung positiv auf den Ertrag auswirkt.
Natürlich bedeutet eine intensivere Nutzung auch mehr Arbeit. Aber die klar strukturierte Aufteilung macht die Arbeit planbar und erleichtert die Pflege. Unser Eindruck nach den ersten Monaten: Die Umstellung hat sich gelohnt.
Auch die Wege gehören zum Acker
Die Beetwege nehmen zwar einen beträchtlichen Teil der Fläche ein, sind für die Bewirtschaftung aber unverzichtbar. Ohne diese Wege wären die Beete nur schwer erreichbar und kaum vernünftig zu pflegen. Geräte wie Sackkarre oder Motorhacke könnten nicht sinnvoll eingesetzt werden. Auch die Beetwege müssen regelmäßig gepflegt werden. Werden sie rechtzeitig gehackt, hält sich der Aufwand in Grenzen.
Eine einfache, aber wirkungsvolle Unterstützung ist Grasschnitt, der nach dem Hacken auf den Wegen verteilt wird. Er bremst das erneute Aufkommen von Unkraut und verlängert die Zeit bis zur nächsten notwendigen Pflege. Zu den Pflanzen, die sich ansonsten gerne auf den Wegen ausbreiten, gehören beispielsweise Hühnerhirse, Franzosenkraut, Melde und Hirtentäschel.
Drei Meter breite Graswege
Neu angelegt wurden außerdem etwa 3 m breite Graswege zwischen den Beetfeldern.
Sie erfüllen gleich mehrere Aufgaben: Zum einen ermöglichen sie den Zugang zu den Beeten mit größeren oder schwereren Arbeitsgeräten. Zum anderen bilden sie eine deutliche Grenze zwischen den Anbauflächen und den übrigen Bereichen des Ackers.
Ein weiterer Vorteil: Durch regelmäßiges Mähen wird verhindert, dass sich Wurzelunkräuter ungehindert in die Beetflächen ausbreiten. Damit übernehmen die Graswege nicht nur eine praktische, sondern auch eine wichtige Funktion bei der natürlichen Pflege und Begrenzung unserer Anbauflächen.
Zum Glück haben wir unseren „rasenden Mäher“ Hartmut, der die Grasflächen pflegt durch ständiges Mähen:

Ein kleiner Folienstreifen mit großer Wirkung
Auch an den Enden der Beete haben wir eine einfache Lösung gefunden. Dort, wo die Beete an die Graswege angrenzen, wurde ein etwa 30 cm breiter Folienstreifen verlegt. Er verhindert, dass die angrenzende Grasfläche die Beetkanten überwuchert. So bleibt die Grenze zwischen Beet und Weg klar erkennbar – und vor allem leichter zu pflegen.
Unser Fazit
Die Veränderungen im Frühjahr 2026 waren ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung unseres Ackers. Wir haben die Fläche neu strukturiert, auf das vollständige Umgraben verzichtet und die langen Anbaureihen durch überschaubare, 25 m lange Beete ersetzt. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viel anzubauen. Es geht auch darum, die vorhandene Fläche sinnvoll zu nutzen, den Boden zu schonen und die tägliche Arbeit so zu gestalten, dass sie dauerhaft machbar bleibt.
Die ersten Erfahrungen zeigen uns, dass wir auf einem guten Weg sind. Weniger lange Reihen, klarere Strukturen, gepflegte Wege und eine intensive Nutzung der Beetflächen bringen Ordnung in den Anbau – und machen die Arbeit auf dem Acker ein Stück überschaubarer und erfreulicher.
Und schließlich gilt auch auf unserem Acker: Was gut wächst, macht Freude – und was Freude macht, wird gerne weiter gepflegt.
